17.06.2021 | Druckansicht
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Personas

Das von Alan Cooper entwickelte Persona-Konzept beschreibt die Methode, menschliche Stereotypen von den zukünftigen Nutzern zu erstellen. Die werden sehr plastisch dargestellt, indem ihnen ein Namen, oftmals auch ein Bild und bestimmte Eigenschaften zugeordnet werden. Wichtig ist, dass die Personas authentisch wirken, so dass man sich mit ihnen identifizieren kann. Im Gegensatz zu realen Nutzern erhalten sie jedoch keine detaillierten individuellen Vorlieben ("Macken", z.B. klickt beim Lesen beständig in den Text), welche bei der Entwicklung störend sein könnten, sondern nur allgemeiner formulierte Präferenzen. Darüber hinaus bieten sie den Vorteil, sozusagen jederzeit zur Verfügung zu stehen, ohne dass es - wie bei Nutzertests - einer aufwändigen Terminkoordination bedarf. Personas sind somit ein zeit- und kostengünstiges Werkzeug, das relativ einfach zu handhaben ist.
Ziel ist es, in die Rollen der Personas zu schlüpfen und so das System und dessen Use Cases aus den verschiedensten Blickwinkeln zu untersuchen. Indem die mit den jeweiligen Stereotypen verbundenen Eigenschaften und Ziele in die Systementwicklung eingebracht werden, kann das Projektteam gezielt auf die Bedürfnisse der einzelnen Nutzergruppen eingehen. 

Üblicherweise werden Personas auf der Grundlage von Nutzerdaten erstellt, so dass als erster Schritt zur Umsetzung der Methode eine Datenerhebung durchzuführen ist. Auch bereits abgeschlossene Studien, die nicht auf die Entwicklung von Personas abzielten, können hilfreich sein, wenn sie nutzerbezogende Informationen bereithalten. Es empfiehlt sich, Personas iterativ zu entwickeln: Prototypen werden erstellt, in der Gruppe diskutiert und anschliessend verfeinert, um einerseits übermässige Redundanzen zwischen den Personas zu vermeiden und andererseits sicherzustellen, dass jeder Projektbeteiligte sich mit den Personas identifizieren kann und mit ihnen vertraut ist. Konsolidiert man Personas, welche sich zu sehr ähneln, so sind in der Regel 4-6 Personas ausreichend, mehr als 12 Personas sollten jedoch nicht gebildet werden, da die Personas dann als Werkzeug schwer zu handhaben werden und die oben erwähnten Vorteile verlorengehen. 

Empfohlene Literatur:

  • Cooper, A. (1999) The Inmates are Running the Asylum. Macmillan Publishing Co., Inc.
  • Cooper A. 2003. The Origin of Personas. Zuletzt zugegriffen 16.02.2012, Opens external link in new windowhttp://www.cooper.com/journal/2003/08/the_origin_of_personas.html
  • Blomkvist, S. (2007). Persona, an overview. (Extract from the paper “The User as a Personality. Using Personas as a tool for design”) Uppsala University, Dept of IT-HCI.
  • Chang,Y., Lim, Y., and Stolterman, E. (2008). Personas: from theory to practices. In Proceedings of the 5th Nordic conference on Human-computer interaction: building bridges (NordiCHI '08). ACM, New York, NY, USA, S. 439-442.