12.04.2021 | Druckansicht
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Entwicklungsphase

Analysephase Konzeptionsphase Entwicklungsphase Testphase

In der Entwicklungsphase wird das in der vorherigen Phase erarbeitete Konzept weiter entwickelt und technisch umgesetzt. Hier erfolgt also die eigentliche Systemimplementierung. Mockups und allenfalls bereits vorhandene (statische) Prototypen werden weiter entwickelt und verfeinert. In einem iterativen Prozess werden diese so lange evaluiert und optimiert, bis eine zufriedenstellende Lösung erreicht bzw. bis sämtliche (Usability-)Kriterien erfüllt sind. In dieser Phase spielt auch die weitere Ausarbeitung ästhetischer und gestalterischer Aspekte eine wichtige Rolle, da diese den "joy of use", also die Freude bei der Nutzung, massgeblich beeinflussen.

Untenstehend finden Sie für die Analysephase geeignete Ansätze und Hilfsmittel. Evaluationsmethoden. Klicken Sie auf eine Kategorie, um die zugehörigen Informationen anzuzeigen.

Normen und Richtlinien

ISO 9241-12

Bei der ISO-Norm 9241-12 handelt es sich um einen internationalen Standard, der die "Ergonomie der Mensch-System-Interaktion" beschreibt. Der Teil 12 der Norm beschäftigt sich mit der Informationspräsentation von interaktiven Produkten und umfasst neben einer Zusammenfassung der wichtigsten Bildschirmelemente die Kriterien Klarheit, Unterscheidbarkeit, Kompaktheit, Konsistenz, Erkennbarkeit, Lesbarkeit und Verständlichkeit.

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ISO 9241-110

Der Teil 110 der Norm geht auf Grundsätze der Dialoggestaltung ein und umfasst die sieben Kriterien Aufgabenangemessenheit, Selbstbeschreibungsfähigkeit, Steuerbarkeit, Erwartungskonformität, Fehlertoleranz, Individualisierbarkeit und Lernförderlichkeit.

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Fragebögen

AttrakDiff

Mit Hilfe des AttrakDiff-Fragebogens kann ein beliebiges Produkt durch Anwender, Kunden etc. anonym beurteilt werden. Aus den Daten dieser Beurteilungen lässt sich ermitteln, wie attraktiv das getestete Produkt im Hinblick auf Bedienbarkeit und Aussehen empfunden wird und ob Optimierungsbedarf besteht. Mittels des Fragebogens kann sowohl die pragmatische als auch die hedonische Qualität eines Produktes überprüft werden.

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ISONorm 110

Der Fragebogen ISONorm 110 bietet für die sieben Gestaltungsgrundsätze der DIN EN ISO Norm 9241-110 (z.B. Selbstbeschreibungsfähigkeit, Steuerbarkeit, Erwartungskonformität) jeweils fünf Fragen. Jede der Fragen besteht aus einer positiven und negativen Aussage, die mit Hilfe einer Skala mit sieben Stufen von sehr negativ (---) über unentschieden (-/+) bis sehr positiv (+++) bewertet wird. Der Fragebogen ist in zwei Varianten einsetzbar (Kurzversion - ausschliesslich numerische Bewertung, Langversion - zusätzliche Freitextfelder)

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ISOMetrics

Der ISOMetrics-Fragebogen ist ein Verfahren zur Evaluation von Software und basiert ebenfalls auf der Norm DIN EN ISO 9241-110. Der ISOMetrics-Fragebogen besteht aus insgesamt 75 Fragen, die mit einer fünfstufigen Ratingskala bewertet werden. Er existiert in zwei unterschiedlichen Varianten. Die Kurzversion verwendet ausschliesslich eine numerische Bewertungsskala während die Langversion pro Frage jeweils ein Freitextfeld für die Darstellung konkreter Beispiele, Schwächen, etc. sowie eine zusätzliche Ratingskala zur Bewertung der Relevanz einer Frage einthält.

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Spezifische Evaluationsmethoden

Claims Analysis

Dieses Verfahren dient dazu, die Merkmale einer Benutzungsoberfläche dahingehend zu untersuchen, welche positiven und negativen Effekte diese auf die künftigen Benutzergruppen haben könnten. Diese Erkenntnisse sollten dann möglichst systematisch in den weiteren Entwicklungsprozess einfliessen. Die Anwendung dieser Methode verhindert, dass aus Annahmen und Wünschen der Stakeholder beliebige Anforderungen resultieren und das Designentscheidungen von den Designern selbst nach Belieben getroffen werden. Insofern trägt die Claims Analysis massgeblich zur Validierung von Anforderungen und Lösungsentwürfen bei.

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Heuristische Evaluation

Im Rahmen einer heuristischen Evaluation überprüft eine Reihe von Experten, inwiefern das User Interface eines Produktes mit bestimmten anerkannten Prinzipien des Usability-Engineerings übereinstimmt. Dabei handelt es sich um Richtlinien für die anwenderfreundliche Gestaltung von Benutzungsschnittstellen, die auf Basis empirischer Erkenntnisse entwickelt wurden.

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Remote Usability-Test

Ein Remote Usability Test unterscheidet sich von herkömmlichen Usability Tests darin, dass Testleiter und Testteilnehmer räumlich und/oder zeitlich voneinander getrennt sind. Die Aufgaben werden mittels eines Online-Tools bereit gestellt, welches auch die Interaktion der Nutzer bzw. deren Kommentare protokolliert.

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Usability-Test

Im Rahmen von Usability-Tests bearbeiten Testpersonen mit dem zu untersuchenden Produkt realistische Aufgaben, wobei sie von Usability-Experten beobachtet werden. Aus den Beobachtungen bzw. den Aussagen der Testteilnehmer können Rückschlüsse auf Schwachstellen und Problembereiche des untersuchten Produktes gewonnen werden.

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Walkthrough-Verfahren

Cognitive Walkthrough

Ein interaktives Produkt wird hinsichtlich seiner Erlernbarkeit untersucht. Im Vordergrund steht dabei das Bestreben Produkte zu entwickeln, deren Bedienung von den Anwendern durch ausprobieren ("trial and error") intuitiv erlernbar ist.

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