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ISOMetrics Der ISOMetrics-Fragebogen ist ein Verfahren zur Evaluation von Software auf der Basis der ISO 9241 Teil 10 (heute 110) [Willumeit et al. 1996; Gediga & Hamborg 1999]. Der Fragebogen wurde an der Universität Osnabrück im Fachgebiet Arbeits- und Organisationspsychologie entwickelt. Es gibt zwei Versionen des ISOMetrics-Verfahrens (beide Versionen benutzen dieselben Items): ISOMetrics S (short) ermöglicht die ausschliesslich numerische Bewertung, während ISOMetrics L (long) für die numerische und die qualitative, gestaltungsunterstützende Evaluation einer Software eingesetzt werden kann. Der Fragebogen liegt in einer deutsch- und einer englischsprachigen Version vor.
Der ISOMetrics-Fragebogen umfasst sieben Subskalen entsprechend der Gestaltungsgrundsätze der ISO 9241 Teil 10 mit insgesamt 75 Items, die per Ratingskala bewertet werden. Die Items der Langversion besitzen pro Item eine zusätzliche Ratingskala zur Bewertung seiner Wichtigkeit sowie Freiraum für die Darstellung konkreter Beispiele, die Schwächen des Systems in Bezug auf den Inhalt des Items beschreiben. Mit Hilfe von ISOMetrics können wichtige Informationen für die Bewertung von Software, insbesondere auch für die iterative Softwareentwicklung und die Prototypen-Evaluation gewonnen werden. Im Einzelnen sind zu nennen:
- Die numerische Bewertung in Bezug auf die Gestaltungsgrundsätze der ISO 9241 Teil 10.
- Konkrete Hinweise auf Fehlfunktionen und Schwachstellen der Software aus Benutzersicht.
- Gewichte von Problemklassen, die empirisch aus der Benutzersicht gewonnen werden.
Die Gütekriterien des ISOMetrics-Fragebogens wurden in mehreren Untersuchungen überprüft. Die Zuverlässigkeit der Skalen (Version 2.03) kann als gut bezeichnet werden. Im Zusammenhang mit der Bestimmung der Gültigkeit der mit ISOMetrics S vorgenommenen Bewertungen wurde gezeigt, dass das Verfahren zwischen Softwaresystemen unterschiedlicher Qualität (u.a. auch Software mit und ohne graphische Benutzerfläche sowie verschiedene Entwicklungsversionen) differenziert [Gediga et al. 1999].
Die gestaltungsunterstützende Variante (ISOMetrics L) kann entsprechend der durch die Skalen repräsentierten Gestaltungsgrundsätze inhaltliche Anmerkungen und Schwachstellen zu unterschiedlichen Funktionsbereichen einer untersuchten Software evozieren. Das Verfahren hat sich hierbei als sehr effizientes und ökonomisches Verfahren erwiesen [Willumeit et al. 1996; Gediga & Hamborg 1999], wobei bei zehn evaluierenden Benutzern mit über 100 Anmerkungen zu einer untersuchten Software gerechnet werden kann.
Die Anwendung von ISOMetrics wird durch ein Handbuch unterstützt, in dem Angaben zur Auswahl der Befragten-Population und von Testaufgaben als Grundlage für die Evaluation gemacht werden sowie Prozeduren für die Datenauswertung, die Berichtlegung und die nachfolgende Verwertung der Untersuchungsergebnisse in einem Usability Review zu finden sind [Gediga et al. 1998]. Die Kurzform des Verfahrens (ISOMetrics S) kann in ca. 30 bis 60 Minuten bearbeitet werden. Für die Langform ISOMetrics L muss mit wenigstens zwei Stunden (inklusive Bearbeitung von Testaufgaben) pro teilnehmende Person gerechnet werden. Durch geeignete organisatorische Massnahmen können dabei allerdings durch einen Untersuchungsleiter bis zu vier Personen parallel betreut werden.
Online
Weitere Informationen zu den ISOMetrics-Fragebögen sind unter http://www.isometrics.uni-osnabrueck.de abrufbar [Hamborg et al. 2003].
Verwendete Literatur - Gediga, G. und Hamborg, K.C. (1999). IsoMetrics: Ein Verfahren zur Evaluation von Software nach ISO 9241/10. In: Holling, H. und Gediga, G. (Hrsg.). Evaluationsforschung, S. 195-234. Göttingen: Hogrefe.
- Gediga, G., Hamborg, K.C. und Willumeit, H. (1998). Das IsoMetrics Handbuch (Version 1.15a). Osnabrücker Schriftenreihe Software-Ergonomie.
- Gediga, G., Hamborg, K.C. und Düntsch, I. (1999). The IsoMetrics usability inventory. An operatio-nalisation of ISO 9241-10 supporting summative and formative evaluation of software systems. In: Behaviour and Information Technology, 18, S. 151-164.
- Hamborg, K.C., Gediga, G. und Hassenzahl, M. (2003). Fragebogen zur Evaluation. In: Heinsen, S. und Vogt, P. (Hrsg.). Usability praktisch umsetzen, S. 171-186. München: Hanser.
- Willumeit, H., Gediga, G. und Hamborg, K.C. (1996). ISOMetricsL: Ein Verfahren zur formativen Evaluation von Software nach ISO 9241/10. In: Ergonomie und Informatik, 27, S. 5-12.
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