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Collaborative Usability Inspection Die Methode Collaborative Usability Inspection wurde ursprünglich von Constantine und Lockwood entwickelt [Lockwood & Constantine 2003; Constantine & Lockwood 1999; Constantine 1994]. Ziel war es eine Methode zu erarbeiten, die es auf einfache und effektive Weise ermöglicht, den Entwicklern unmittelbar anwendbare substantielle Hinweise zur Verbesserung der Usability eines Produktes geben zu können. Zu diesem Zweck werden die Charakteristika eines Produktes untersucht, die die Effizienz, die Effektivität oder die Zufriedenheit des Benutzers in der Anwendung des Produktes beeinträchtigen können. Neben der Aufdeckung solcher Usability-Mängel können mittels einer Collaborative Usability Inspection auch Verstösse gegen allgemein akzeptierte Usability-Grundregeln ermittelt werden. Beispiele hierfür sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
Prinzipien guter Gestaltung [Lockwood & Constantine 2003] |
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Prinzip | Beschreibung |
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Sichtbarkeit | Alle zur Erfüllung einer Aufgabe benötigten Funktionalitäten sollten deutlich sichtbar und zugreifbar sein, und zwar dort wo sie und zum Zeitpunkt an dem sie benötigt werden. | Feedback | Den Anwendern sollte ein Feedback über die Auswirkungen von Ereignissen und ihren Aktionen gegeben werden, um sie stets über den Systemstatus und den Fortschritt ihrer Aufgaben informiert zu halten. | Struktur | Ein Produkt soll in einer Weise gestaltet sein, die den Erwartungen der Anwender und ihren Absichten und Bedürfnissen entspricht. | Konsistenz | Es ist auf eine konsistente Gestaltung zu achten, indem bspw. für gleiche Funktionalitäten auch überall dieselben Icons verwendet werden. | Fehlertoleranz | Ein System sollte über eine gewisse Fehlertoleranz verfügen und Falscheingaben von Benutzern abfangen können. | Einfachheit | Wichtige und häufig benötige Aktionen sollten einfach und schnell ausführbar sein. |
Bei der Usability-Inspektion sollten Usability-Mängel in folgender Form beschrieben werden:
- Was (welche Funktion bzw. welches Gestaltungselement ist für das Problem verantwortlich)
- Wo (genaue Position des entdeckten Mangels)
- Wie (Beschreibung des Problems)
- Warum (Begründung warum es sich dabei um ein Problem handelt)
- Schweregrad (Einschätzung wie stark der identifizierte mangel die Usability des Systems beeinflusst)
Idealerweise sollte eine Collaborative Usability Inspection mit einer Anzahl von fünf bis zwölf Testpersonen durchgeführt werden, wobei darauf zu achten ist, dass in der Gruppe unterschiedliche Perspektiven auf ein Produkt berücksichtigt sind. Es ist also entscheidend auf eine gemischt Zusammensetzung der Gruppe aus Designern, Entwicklern, Usability-Experten und Endanwendern zu achten.
In Bezug auf die Durchführung der Untersuchung ist darauf zu achten, dass diese in ein Szenario eingebettet wird. Jedes Szenario sollte dabei aus den drei Teilen Überblick/Zusammenfassung, Kontext/Motivation und Ablaufplan bestehen. Bei der Entwicklung der Untersuchungsszenarien sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:
- Direkte Ansprache der Untersuchungsteilnehmer in der zweiten Person
- Bereitstellung von Informationen zum Kontext und der Motivation der Untersuchung, um den Teilnehmern das Hineinversetzen in ihre Untersuchungsrolle zu erleichtern
- Verwendung einer einfachen und dem Anwendungskontext angemessenen Sprache
- Verwendung eines zusammenhängenden und für die Teilnehmer plausiblen Handlungsstrangs
- Berücksichtigung unterschiedlicher Aufgabenelemente, die es ermöglichen das gesamte User Interface zu untersuchen
- Einzelne Handlungsschritte sollten mit Hilfe von Zielen oder Absichten beschrieben werden und nicht mittels konkreter Aktionen
Mit Hilfe der Szenarien kann ein User Interface Schritt für Schritt untersucht werden. Dabei werden die Teilnehmer bei jedem Schritt aufgefordert zu beschreiben was sie als nächstes tun würden. Auf diese Weise kann jeder Handlungsschritt einer gründlichen Überprüfung unterzogen werden. Für die Durchführung ist dabei ein Zeitrahmen von zwei bis zweieinhalb Stunden ideal, denn Erfahrungen zeigen dass bei längeren Untersuchungen die Konzentration der Teilnehmenden nachlässt. Aus diesem Grund müssen komplexere Systeme in mehreren Sitzungen analysiert werden [Lockwood & Constantine 2003].
Verwendete Literatur - Constantine, L. (1994). Collaborative Usability Inspections for Software. Software Development ’94 Proceedings. San Francisco: Miller Freeman.
- Constantine, L. und Lockwood, L. (1999). Software for use: a practical guide to the models and methods of usage-centered design. Reading: Addison-Wesley.
- Lockwood, L. und Constantine, L. (2003). Usability by Inspection: Collaborative Techniques for Software and Web Applications. In: Proceedings of forUSE2003 - Second International Conference on Usage-Centered Design, S. 253-282.
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