|
|
QUIS Anfänglich wurde in früheren Erhebungen zur Systembewertung hauptsächlich objektivierbare Themen der Leistungsfähigkeit und der allgemeinen Nutzerzufriedenheit erforscht. Nur wenige widmeten sich exklusiv der Zufriedenheit der Nutzer mit der Interaktion zwischen Mensch und Computer [Chin et al. 1998].
Shneiderman (1987) stellt mit dem Questionnaire for User Interface Satisfaction (QUIS) einen solchen Fragebogen vor, der ausschliesslich die subjektive Zufriedenheit der Nutzer mit der Schnittstelle eines Systems erfasst. Die erste veröffentlichte Ausgabe umfasst insgesamt 90 verschiedene Items, wovon sich fünf auf eine generelle Bewertung des Systems beziehen und die weiteren 85 Items auf 20 verschiedene Konstrukte aufgeteilt sind. Für jedes dieser Konstrukte gibt es eine Hauptfrage sowie weitere Fragen zu betreffenden Unterthemen.
In einer Kurzversion setzt sich diese erste Ausgabe des QUIS lediglich aus den 20 Hauptfragen und den fünf Items für eine generellen Bewertung zusammen. Jedes der Items besteht aus zwei gegensätzlichen Adjektiven, wobei sich die Nutzer auf einer zehnstufigen Skala zwischen einem negativen Adjektiv auf der linken und einem positiven Adjektiv auf der rechten Seite entscheiden können, z.B. „inkonsistent“ versus „konsistent“. Ausserdem gibt es die Möglichkeit, „nicht bewertbar“ anzukreuzen. Die Nutzer werden in den Instruktionen zusätzlich zu frei formulierten Bemerkungen ermuntert.
QUIS wurde zunächst ohne empirische Validierung veröffentlicht. Erst Chin et al. (1988) konnten eine hohe Reliabilität des Fragebogens aufzeigen, so dass er als standardisiertes Evaluationsinstrument für die generelle Nutzerzufriedenheit angesehen werden kann. In verschiedenen Fragebogenversionen wurden Modifikationen hinsichtlich der Anzahl der Items und ihrer Gruppierungen gemacht. Ferner hat man die Bewertungsskala auf neun Stufen reduziert.
In der Vergangenheit wurden verschiedene computergestützte Versionen herausgebracht. QUIS 7.0 ist die derzeit aktuellste Version. Mit ihr liegt nun auch eine Onlineausgabe vor. Alle Computerversionen haben eine vergleichbare Reliabilität wie die Papierversion [Slaughter et al. 1994; Harper et al. 1997]. Das Paket ist hierarchisch organisiert und umfasst folgende Teile:
- einen demografischen Fragebogen
- eine Bewertung der generellen Nutzerzufriedenheit auf sechs Skalen
- vier Bewertungsbereiche für getrennte Komponenten von Systemen allgemein, z.B. Layoutfaktoren, Systemfeedback und Erlernbarkeit¨
- optionale Bewertungsbereiche für getrennte Komponenten des betrachteten Systems, z.B. Handbücher, Onlinehilfen, Internetzugang und Systeminstallation.
Jeder Bereich misst die generelle Nutzerzufriedenheit mit der jeweiligen Facette der Schnittstelle. Da die Subskalen voneinander unabhängig sind, kann der Fragebogen auch durch die Versuchsleiter gekürzt werden; allerdings nur, wenn ganze Subskalen und nicht nur einzelne Items einer Skala weggelassen werden.
Wie viele andere validierte Fragebogen zur Usability-Evaluation auch, ist QUIS nicht kostenfrei zu nutzen, sondern muss lizenziert werden [Sarodnick & Brau 2006].
Online
Homepage von QUIS
Verwendete Literatur - Chin, J.P., Diehl, V.A. und Norman, K.L. (1988). Development of an instrument measuring user satisfaction of the human-computer interface. In: Proceedings of ACM CHI ’88 Conference on Human Factors in Computing, S. 213-218.
- Harper, B., Slaughter, L. und Norman, K. (1997). Questionnaire administration via the WWW: a validation and reliability study for a user satisfaction questionnaire. Paper Presented at Web-Net 97, As-sociation for the Advancement of Computing in Education, Toronto. Canada.
- Sarodnick, F. und Brau, H. (2006). Methoden der Usability Evaluation: Wissenschaftliche Grundlagen und praktische Anwendung. Bern: Hans Huber.
- Shneiderman, B. (1987): Designing the User Interface: Strategies for Effective Human-Computer Interaction. Reading: Addison-Wesley.
|