30.07.2010 | Druckansicht
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AttrakDiff

Gebrauchstauglichkeit ist mittlerweile ein anerkanntes und breit gefordertes Qualitätsmerkmal für interaktive Produkte. Die Gebrauchstauglichkeit sollte allerdings nicht als alleinige Qualitätsanforderung verstanden werden, da Personen mit einem Produkt auch noch weitere Bedürfnisse wie Stimulation und Identität verbinden. Gängige Prinzipien, Regeln und Methoden des Usability Engineering bzw. der Software-Ergonomie betonen meist einseitig pragmatische Qualität. Sicher ist Stimulation oder Identität nicht für alle interaktiven Produkte gleich wichtig, dennoch ermöglicht neben der Untersuchung der pragmatischen Qualität nur die zusätzliche Quantifizierung der hedonischen Qualität einen umfassenden Blick auf ein Produkt. Eine solche Bewertung wird durch den Fragebogen AttrakDiff ermöglicht [Hassenzahl et al. 2003]. 


Mit Hilfe des AttrakDiff kann ein beliebiges Produkt durch Anwender, Kunden, etc. anonym beurteilt werden. Aus den Daten dieser Beurteilungen lässt sich ermitteln wie attraktiv, im Hinblick auf Bedienbarkeit und Aussehen, das getestete Produkt empfunden wird, und ob Optimierungsbedarf besteht. Der Fragebogen ist als semantisches Differential mit insgesamt 23 siebenstufigen Items konstruiert, die zu drei Subskalen zusammengefasst sind [Hamborg et al. 2003]:

  • Pragmatische Qualität (acht Items)
  • Hedonische Qualität (sieben Items)
  • Attraktivität (acht Items)

Die Zuverlässigkeit der Skalen kann als sehr gut bezeichnet werden. Ebenfalls konnte bestätigt werden, dass pragmatische und hedonische Qualität voneinander unabhängige Konstrukte sind. Aus der Kombination von hedonischen und pragmatischen Qualitäten können sich verschiedene Produktcharaktere ergeben. Wünschenswert sind Produkte, bei denen beide Qualitäten stark ausgeprägt sind. Von solchen Produkten erhofft man sich, dass sie die Nutzer nicht zur zufrieden stellen, sondern sogar Freude bei den Benutzern auslösen. Unerwünscht sind Produkte bei denen beide Qualitäten nur schwach ausgeprägt sind. Häufig findet man allerdings Softwareprodukte, die entweder schwach hedonisch und stark pragmatisch oder aber stark hedonisch und schwach pragmatisch sind.  [Hassenzahl et al. 2003].

 

Der Ablauf der Befragung mit dem Fragebogen AttrakDiff

 

Der Fragebogen AttrakDiff steht in seiner Basis-Version unter www.attrakdiff.de zur kostenlosen Verwendung bereit. Der Fragebogen kann dabei für unterschiedliche Untersuchungsvarianten genutzt werden:

  • Einzelauswertung: Diese Art der Studie eignet sich für eine einmalige oder zeitlich begrenzte Beurteilung eines Produkts.
  • Vergleich vorher – nachher: Bei dieser Studienart kann man ein Testprodukt zweimal beurteilen lassen, z.B. bevor Veränderungen vorgenommen wurden und nachdem diese umgesetzt wurden. Dadurch kann eine detaillierte und schnelle Übersicht über die Auswirkungen der Veränderungen gewonnen werden.
  • Vergleich Produkt A – Produkt B: Hierbei handelt es sich um eine Studienart, bei der zwei verschiedene Produkte einzeln beurteilt und in der Auswertung verglichen werden können.

 

Online

AttrakDiff-Homepage

 

 

 

Verwendete Literatur

  • Hamborg, K.C., Gediga, G. und Hassenzahl, M. (2003). Fragebogen zur Evaluation. In: Heinsen, S. und Vogt, P. (Hrsg.). Usability praktisch umsetzen, S. 171-186. München: Hanser.
  • Hassenzahl, M., Burmester, M. und Koller, F. (2003). AttrakDiff: Ein Fragebogen zur Messung wahrgenommener hedonischer und pragmatischer Qualität. In: Ziegler, J. und Szwillus, G. (Hrsg.), Mensch & Computer 2003, Interaktion in Bewegung, S. 187-196. Stuttgart: Teubner.

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