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Fragebögen

Unter einem Fragebogen wird die schriftliche Zusammenstellung von Fragen oder Aussagen in Form so genannter "Items" verstanden. Mit Hilfe der Items eines Fragebogens werden Urteile über ein Softwaresystem eingeholt. Die meisten gängigen Evaluationsfragebogen umfassen mehrere Subskalen, die Items zur Bewertung einer Software auf speziellen Dimensionen wie z.B. „Aufgabenangemessenheit“ oder „Erlernbarkeit“ enthalten.


Fragebögen lassen sich nach dem Grad ihrer Standardisierung unterscheiden. Bei vollstandardisierten Fragebögen sind die Itemformulierung, die Darbietungsreihenfolge sowie das Antwortformat festgelegt. Die standardisierte Erfassung der Antworten erfolgt mittels so genannter Einschätzungs- oder auch Ratingskalen, die eine numerische Bewertung der Items ermöglichen [Bortz & Dörring 2002]. Bei teilstandardisierten Fragebögen sind die Itemformulierungen und die Darbietungsreihenfolge ebenfalls festgelegt. Die Antwortformate enthalten jedoch (auch) die Möglichkeit, Antworten frei zu formulieren. Hierzu wird den befragten Personen häufig am Ende einer Subskala eines Fragebogens oder jeweils in Verbindung mit einem Item die Gelegenheit gegeben, Anmerkungen zur bewerteten Software in offener, d.h. freitextlicher Form zu verfassen [Hamborg et al. 2003].


In der Regel dienen Fragebögen der summativen Evaluation eines interaktiven Systems, wobei die Evaluationsziele dabei differieren können. Fragebögen eignen sich besonders dann, wenn eine grosse Anzahl von Probanden herangezogen werden soll [Hegner 2003]. Häufig werden sie eingesetzt, um quantitative Aussagen der Nutzer zu gewinnen. Die Befragten geben aus eigener Erfahrung subjektive Urteile. Dabei gilt aber die Voraussetzung, dass sie das zu beurteilende System gut kennen [Sarodnick & Brau 2006].

 

Beispielsweise können Fragebögen genutzt werden, um festzustellen, ob ein Produkt generell bestimmten Kriterien entspricht, wie bspw. den Dialogprinzipien der DIN EN ISO 9241 Teil 10. Darüber hinaus werden Fragebögen aber auch im Anschluss an Usability Tests eingesetzt, um ein Gesamturteil zu einem Produkt zu bekommen [Burmester 2003]

 

Die wichtigsten, schon existierenden Fragebögen im Zusammenhang mit Usability Evaluation sind:

Verwendete Literatur

  • Bortz, J. und Döring, N. (2002). Forschungsmethoden und Evaluation für Human- und Sozialwissenschaftler. Berlin: Springer Verlag.
  • Burmester, M. (2003). Ist das wirklich gut? Bedeutung der Evaluation für die benutzerzentrierte Gestaltung. In Machate, J. und Burmester, M. (Hrsg.), User Interface Tuning – Benutzungsschnitt-stellen menschlich gestalten (S. 97-119). Frankfurt: Software und Support Verlag.
  • Hamborg, K.C., Gediga, G. und Hassenzahl, M. (2003). Fragebogen zur Evaluation. In: Heinsen, S. und Vogt, P. (Hrsg.). Usability praktisch umsetzen (S. 171-186). München: Hanser Verlag.
  • Hegner, M. (2003) Methoden zur Evaluation von Software. IZ-Arbeitsbericht Nr. 29. Bonn, Informati-onszentrum Sozialwissenschaften. Zugriff am 04.11.2008 unter http://www.gesis.org/fileadmin/upload/forschung/publikationen/gesis_reihen/iz_arbeitsberichte/ab_29.pdf.
  • Sarodnick, F. und Brau, H. (2006). Methoden der Usability Evaluation: Wissenschaftliche Grundlagen und praktische Anwendung. Bern: Hans Huber.

 

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