10.03.2010 | Druckansicht
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Die CHEVAL Wissensbasis

Die Inhalte der Wissensbasis des CHurer EVAluation Laboratory (CHEVAL) sollen einen Einstieg in die Thematik des Usability Engineering ermöglichen, wofür insbesondere Hintergrundwissen zu den in diesem Bereich existierenden Evaluationsmethoden bereitgestellt wird.

 

Auf der Seite Methodenübersicht und -kategorisierung wird dargestellt, welche unterschiedlichen Arten von Evaluationsmethoden existieren und welchem Zweck sie dienen.

 

Die weiterführenden Seiten beinhalten die neun verschiedenen Methodenkategorien Befragungstechniken, Fragebögen, Gestaltungsunterstützung, Inspektionsmethoden, Kriterienkataloge, Best-Practice-Analyse, Normen und Richtlinien, Usability Test und Walkthrough-Verfahren, denen entsprechendend die jeweiligen Evaluationsmethoden zugeordnet sind.

 

Sollte ein Thema oder ein Fachbegriff unklar sein, kann im Glossar alphabetisch nachgeschlagen werden.

 

Was ist Usability?

Hinter dem Begriff der Usability verbirgt sich ein abstraktes Konzept, das sich nicht als Ganzes eindeutig bezeichnen oder messen lässt. Vielmehr muss der Begriff in mehrere ihn beschreibende Bestandteile zerlegt werden, die einzeln betrachtet und bewertet werden können [Bartel 2004].

 

Nach Nielsen beinhaltet der Begriff der Usability die Bestandteile „acceptability“, „usefulness“ und „utility“, wobei „utility“ dabei den Leistungsumfang eines Systems beschreibt. Der Begriff der Usability drückt aus, wie gut Benutzer auf dieses Leistungsspektrum zugreifen können. Gemäß Nielsen sind für Benutzungsschnittstellen in diesem Zusammenhang die Erlernbarkeit („learnability“), die Effizienz („efficiency“), der Widererkennungswert („memorability“), die Fehlerrate („errors“) und die Befriedigung der Nutzerbedürfnisse („satisfaction“) von besonderer Bedeutung [Nielsen 1993].

 

Diese Eigenschaften finden sich größtenteils auch in der Usability-Definition der International Organization for Standardization (ISO) wieder. Teil 11 der Norm ISO 9241 „Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten“ besagt:

 

Usability ist „das Ausmaß, in dem ein Produkt von einem bestimmten Benutzer verwendet werden kann, um bestimmte Ziele in einem bestimmten Kontext effektiv, effizient und zufrieden stellend zu erreichen" [ISO 9241-11, 1998].

 

Nach dieser Definition der ISO bezieht sich Usability auf die Benutzbarkeit aller möglichen Produkte. Dies können sowohl Hardware-Systeme, als auch Software und Webseiten, sowie Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens sein [Schweibenz & Thissen 2003].

 

Usability ist daher in keiner Form ein rein technisches Thema. Es ist vielmehr ein soziopsychologisches Problem in der Wahrnehmung und Bedienung interaktiver Produkte [Puscher 2001]. Die Norm ISO 9241-11 weist zudem auf den starken Zusammenhang zwischen der Usability eines Systems und den jeweiligen Benutzern hin.

Dieser Bezug stellt einen der Kernpunkte des Usability Engineering dar, denn gemäß Dumas und Redish sind es im Endeffekt die Benutzer, die über die Usability eines Produktes entscheiden:

 

„A product itself has no value, it has value only insofar as it is used. Use implies users” [Dumas & Redish 1999].

 

Deshalb ist es wichtig, bei der Gestaltung von Bedienungsschnittstellen stets die jeweiligen Benutzer und deren Charakteristika zu berücksichtigen.

 

Verwendete Literatur

  • Bartel, T. (2004). Die Verbesserung der Usability von WebSites auf der Basis von Web Styleguides, Usability Testing und Logfile-Analysen. Stuttgart: WiKu-Verlag.
  • Dumas, J. und Redish, J. (1999). A Practical Guide to Usability Testing. Exeter: Intellect Books.
  • International Organization for Standardization (1998). ISO 9241-11: Guidance on Usability.
  • Nielsen, J. (1993). Usability Engineering. San Diego: Academic Press.
  • Puscher, F. (2001). Das Usability-Prinzip – Wege zur benutzerfreundlichen Website. Heidelberg: dpunkt.verlag GmbH.
  • Schweibenz, W. und Thissen, F. (2003). Qualität im Web – Benutzerfreundliche Webseiten durch Usability Evaluation. Berlin: Springer. 

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